Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin in Flensburg

„Planbar und unkompliziert“ – die Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin in Flensburg 

Angehende Allgemeinmediziner stehen in Deutschland vor der Herausforderung, ihre nach der Weiterbildungsordnung geforderten Weiterbildungsabschnitte in Kliniken und Praxen in Eigenregie zu organisieren, woraus eine erhebliche Planungsunsicherheit bezüglich Qualität der Weiterbildung, Wohnort und Vergütung resultiert. Eine Lösung bietet die seitens des Malteser Fördeklinikum St. Katharina und den befugten Weiterbildungspraxen der Region Flensburg 2024 geschaffene, gemeinsame Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin. Dabei werden im Rahmen eines Fünf-Jahres-Weiterbildungsvertrages die klinischen Weiterbildungsphasen nach einem im Vorfeld mit den Weiterzubildenden und den Weiterbildungsstätten abgestimmten Gesamtkonzept absolviert. Hinzu kommt, dass die Notwendigkeit einer Bewerbung um jeweils einzelne Bausteine der Weiterbildung entfällt.

„Wir haben mit Beginn des Jahres diese kompakte Lösung geschaffen, die für alle Beteiligten eine Win-win-Situation darstellt“, ist sich Dr. med. Klaus Weil (Chefarzt der Klinik für Geriatrie & Frührehabilitation im Malteser Fördeklinikum) sicher. „Die angehenden Allgemeinmediziner und -medizinerinnen erhalten eine entsprechende Planungssicherheit in Form eines Fünf-Jahres-Weiterbildungsvertrages, der sämtliche curricularen Inhalte der Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin aus einer Hand anbietet. Und auch wir als Krankenhaus und die niedergelassenen Praxen als weitere Akteure können auf eine höhere Planungssicherheit in Bezug auf den ärztlichen Nachwuchs bauen. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen uns und den Praxen intensiviert und vertieft“, erklärt Klaus Weil. 

 

Die erste Ärztin in der Verbundweiterbildung

Die Einschätzung von Chefarzt Dr. Klaus Weil in Bezug auf die Vorteile für angehende Allgemeinmediziner bestätigt Sabrina Klaster. Sie ist die erste Ärztin, die im Fördeklinikum in das System der Verbundweiterbildung eingestiegen ist. Ursprünglich aus Bayern stammend, lebt sie bereits seit Längerem in Angeln und hatte vor ihrem Medizinstudium bereits Biochemie studiert. Ursprünglich hatte sie sich in der Geriatrie für den 24-monatigen Pflichtteil in der Akutversorgung, den die Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin erfordert, beworben. Während des Vorstellungsgespräches  kam das Gespräch recht zügig auf den damals noch in der Entstehung befindlichen Plan des Krankenhauses. „Mein Interesse war sofort geweckt“, berichtet Klaster. „Ich habe den Vorteil, während meiner gesamten Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin einen festen Bezugspunkt zu haben, sofort erkannt und wollte daran unbedingt teilhaben“, fährt die Medizinerin fort. „Wir arbeiten hier in der Geriatrie täglich mit multimorbiden Patientinnen und Patienten. Sich damit auszukennen und den ganzen Menschen zu sehen, das ist für mich sehr wichtig. Das wird mir in meiner Zukunft immer helfen – ob nun in einer Klinik oder in einer Praxis“

 

Aus der Praxis

Dr. Axel von Elten (Ärztliche Gemeinschaftspraxis Flensburg-Mürwik) teilt die Einschätzung von Dr. Klaus Weil in Bezug auf die durch die Verbundweiterbildung entstehende Win-win-Situation für alle Beteiligten: „Ich fand das Thema sofort extrem spannend, denn wir müssen insgesamt mehr tun für den ärztlichen Nachwuchs. Dabei ist dieses Weiterbildungskonzept sehr hilfreich. Wir merken auch in unserer Großpraxis, dass es zunehmend schwieriger wird, Nachwuchsärzte zu gewinnen. Diese Weiterbildung aus einem Guss anzubieten, bringt für alle Seiten enorm viele Vorteile mit sich. Gerade für Mediziner und Medizinerinnen mit Familie spielt die Standortsicherheit eine große Rolle. Insgesamt ist das Konzept sehr familienorientiert. Wir müssen auch bedenken, dass der Frauenanteil bei den Medizinstudierenden kontinuierlich wächst, und dieses Konzept bringt eine bessere Planbarkeit bspw. in Lebenssituationen wie einer Schwangerschaft mit sich. Der Einsatz der Ärztin kann dann individuell flexibler gestaltet werden und es entstehen weniger große Lücken während der Weiterbildung. Zudem hilft ein derart umfassendes Weiterbildungs-Paket dabei, den Standort Flensburg für die Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten noch attraktiver zu gestalten.“